Meldungen des Jahres 2026

Meldung vom 01. September 2026

„Verlorene Zeit – Gegen das Schweigen“ – Zwei Filmtermine im September

Im September 2026 wird der Dokumentarfilm „Verlorene Zeit – Gegen das Schweigen“ von Torsten Eckold und Stefanie Falkenberg an zwei Orten öffentlich gezeigt und durch ein anschließendes Publikumsgespräch vorgestellt.

Im Film gehen vier Zeitzeugen auf Spurensuche an die Orte ihrer Jugend. Im Durchgangsheim Schmiedefeld, im Jugendwerkhof „Neues Leben“ Wolfersdorf und im Frauengefängnis Hohenleuben waren sie der Willkür des SED-Regimes ausgeliefert, weil sie als „schwer erziehbar“ galten oder in den Westen wollten. Die Zeitzeugen sprechen über Gewalterfahrungen, Isolation und Zwangsarbeit in den Einrichtungen der repressiven DDR-Heimerziehung und im Strafvollzug sowie über die Gründe ihrer Einweisung oder Verhaftung. Jugendliche, die sich nicht ins Normsystem der DDR einfügen wollten oder konnten, sollten mit Zwangsmaßnahmen zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ erzogen werden. Auch in Thüringen gab es solche Einrichtungen.

Der Dokumentarfilm entstand in Zusammenarbeit mit dem Projekt DENKOrte des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ in Jena. An der 90-minütigen Dokumentation wirkten als Experten der Theologe Christian Sachse sowie der Kurator Manfred May mit, der seit Jahrzehnten Ansprechpartner für ehemalige Heimkinder in Thüringen ist. Nach dem Film findet ein Gespräch mit dem Filmemacher Torsten Eckold und Stefanie Falkenberg, Projektkoordinatorin von DENKOrte, über den Film, ihre Arbeit und die Praxis der repressiven DDR-Heimerziehung statt. Zudem laden wir Zeitzeuginnen und Zeitzeugen dazu ein, ihre Erfahrungen im Erziehungssystem der DDR mit uns zu teilen. Ziel ist es, nach Jahrzehnten des Schweigens über die eigene Biografie miteinander ins Gespräch zu kommen.

TERMINE

Am 15. September 2026 im Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen (im Rahmen der Ausstellungsstation "BLACKBOX Heimerziehung" der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau), Ausstellungseröffnung: 17 Uhr, Filmbeginn: 18 Uhr.

Am 17. September 2026 im Ratssaal der Volkshochschule "Karl Mundt" Suhl (Meininger Straße 89, 98529 Suhl), Beginn: 17 Uhr. Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA). Die Moderation übernimmt die Historikerin Dr. Anke Geier (ThLA).

 

 
 
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