Aktuelle Meldungen und Veranstaltungen

Meldung vom 08. Oktober 2020

Eduard Rosenthal – Fragmente eines Lebens

Torsten Eckold, stellvetretender Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Jena, stellt im Herbst seinen Dokumentarurfilm über Eduard Rosentahl (1853-1926) vor, der nach nach Motiven des Buches „Eduard Rosenthal – ein Charakterporträt“ von Dietmar Ebert gestaltet ist.

Der Film (58 Minuten) versucht durch die Kombination von Erinnerungen, Reden und Briefen mit heutigen Bildern von Orten, an denen Eduard Rosenthal gewirkt hat sowie mit historischen Fotos und Autographen ein fragmentarisches Lebensbild des bedeutenden Rechtsgelehrten zu zeichnen. Der „Mut zur Lücke“ erlaubt es, einzelne Begebenheiten seines langen Wirkens für die Stadt Jena und das Land Thüringen in eindrucksvollen Texten und Bildern zu erzählen, während andere Lebensstationen vollends ausgeblendet bleiben. Für die Zuschauer wird Rosenthals Einsatz für die Jenaer Lesehalle und Leihbibliothek, seine Tätigkeit als erster Vorsitzender des Jenaer Kunstvereins und als geschätzter Professor der Juristischen Fakultät und zweimaliger Prorektor der Jenaer Universität plastisch erlebbar. Im Film wird anhand von Dokumenten erzählt, welche bedeutende Rolle Eduard Rosenthal durch den von ihm vorgelegten Verfassungsentwurf, der mit wenigen Änderungen in den Folgejahren das erste demokratische Grundgesetz für Thüringen bildete, spielte.

Die Premiere fand am 2. Oktober im Theaterhaus Jena statt.

Weitere Präsentationen in Jena:
20. Oktober, 19.00 Uhr im Kino Schillerhof, anschließend Filmgespräch mit Torsten Eckold und Dietmar Ebert

Aufführungstermine im Kino am Markt:
22. Oktober, 18.00 Uhr
25. Oktober, 16.00 Uhr
16. November, 17.00 Uhr
28. November, 16.00 Uhr

Weitere Termine in ausgewählten Kinos in Thüringen sind geplant.

Zusätzliche Informationen zum Film unter: www.rosenthal-film.de

Die DVD ist erhältlich über die E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder in der Jenaer Bücherstube

Meldung vom 02. Oktober 2020

Neue Ausgabe der „Gerbergasse 18“ mit Schwerpunkt 30 Jahre Deutsche Einheit erschienen

In einer krisenhaften Zeit scheint wenig Platz für das Feiern eines runden Jubiläums? So gerät auch das Ereignis „30 Jahre Deutsche Einheit“ – angesichts einer weltweiten Pandemie – in diesem Herbst in den Hintergrund. Auch deshalb rückt die neue Ausgabe der Zeitschrift „Gerbergasse 18“ bewusst das Jahr 1990 und Fragen zur Einheit in den Mittelpunkt. Unter anderem durch Einblicke zu den psychiatrischen Begutachtungen der Ende 1989 abgesetzten DDR-Staatsführung, einer Analyse zum kalkulierten Absterben einer eigenständigen Zeitungslandschaft im Osten nach einem kurzen „Pressefrühling“ Anfang 1990, einem Bericht zur Begründung des Rennsteiglaufes als gesamtdeutsches Sportereignis, mit persönlichen Erlebnissen am 3. Oktober 1990 in New York und der Stimmungslage in der östlichsten Stadt Thüringens, Gößnitz im Altenburger Land, anhand einer ethnografischen Studie.
Auch mehrere Rezensionen widmen sich dem besonderen Jahr 1990: der Frage nach dem „deutschen Volk“ und wer es definiert, der politischen Rhetorik und den Sprachbildern der Einheit, den Spuren eines verschwundenen Landes sowie dem Versuch, das gesamte Jahr in Form einer Remontage aus Bildern und Texten freizulegen.
Wie immer enthält auch die Rubrik Zeitgeschichte weitere spannende Beiträge, diesmal zu den Besonderheiten des Fotoarchivs der DDR-Staatssicherheit, dem jahrelangen Tauziehen um das Zentrale Parteiarchiv der SED und einem kuriosen Autounfall vor 40 Jahren an der deutsch-deutschen Grenze, als im August 1980 ein Wagen „kopfüber in den Osten“ stürzte. In der Rubrik Zeitgeschehen/Diskussion geht es aus unterschiedlichen Perspektiven um ein 1968 für Jena entstandenes Wandbild von Siegfried Winderlich im Plenarsaal des Rathauses sowie den gesellschaftlichen Umgang mit DDR-Auftragskunst heute. Mit drei persönlichen Nachrufen wird an den Bürgerrechtler Thomas Auerbach erinnert, der im Juni 2020 verstarb. Der 1947 geborene Auerbach wirkte in den 1970er Jahren in der Jungen Gemeinde Stadtmitte in Jena, engagierte sich nach seiner zwangsweisen Ausbürgerung 1977 von West-Berlin aus für politisch Verfolgte in der DDR und forschte viele Jahre als BStUMitarbeiter zur DDR-Geheimpolizei.  Daneben gab er wichtige Impulse zur Aufarbeitung der SED-Diktatur – gerade in Jena und für die Geschichtswerkstatt.

Die neue Ausgabe der „Gerbergasse 18“ (Heft 96) ist im Buchhandel, in ausgewählten Gedenkstätten/Museen oder direkt über die Geschichtswerkstatt Jena erhältlich.

Die Inhaltsübersicht und einige Leseproben zur aktuellen Ausgabe finden Sie hier.

 
 
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