Aktuelle Meldungen und Veranstaltungen

Meldung vom 13. April 2018

Filmabend am 28. April 2018 im Kino Schillerhof : Partitur des Krieges – Leben zwischen den Fronten

Im Frühjahr 2015 bereisten der aus Thüringen stammende Dokumentarfilmregisseur Tom Franke und der Musiker Mark Chaet gemeinsam die Ostukraine. Der Geiger und Komponist Mark Chaet lebt heute in Berlin. Vor über 20 Jahren verließ er seine Heimat, die Ukraine. Vor dem Hintergrund des Krieges seit März 2014 kehrte er erstmals zurück.

Entstanden ist ein einfühlsamer Dokumentarfilm, der sich auf die biografischen Wurzeln des Protagonisten Mark Chaet begibt. In intensiven Gesprächen mit Verwandten und Freunden erlebt dieser den Lebensalltag der Menschen in einem Bürgerkrieg – mitten in Europa.

Der 90-minütige Dokumentarfilm "Die Partitur des Krieges – Leben zwischen den Fronten" nimmt den Zuschauer mit auf diese Reise in die Ostukraine und in die Vergangenheit des Musikers. Jenseits politischer Statements und medialer Zuspitzung zeigt der Film Ambivalenzen auf und vermeidet einfache Antworten. Im Zentrum stehen die Menschen mit ihren unterschiedlichen Meinungen, Hoffnungen und Ängsten.

Am 28. April 2018 um 19.00 Uhr wird eine Gemeinschaftsveranstaltung zwischen Thüringer Archiv für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk" und Geschichtswerkstatt Jena e. V. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde den Film im Jenaer Kino Schillerhof (Helmboldstraße 1, 07749 Jena) präsentieren. Einführend liest der Regisseur Tom Franke aus seinen persönlichen Notizen während des Filmdrehs. Begleitet wird er von Mark Chaet auf der Geige. Nach dem Film stehen beide für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

 Weitere Informationen zum Film: http://www.die-partitur-des-krieges.de

Meldung vom 04. April 2018

Neue Ausgabe der "Gerbergasse 18" mit Schwerpunkt "1968" als Heft 86 erschienen – weitere Themen: Demonstration in Naumburg 1988, Schattenwirtschaft von MfS & KoKo, Zeitzeugenarbeit im Unterricht, kommunistisches Erbe in Albanien u.v.a.

Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Gerbergasse 18“ richtet den Blick auf das facettenreiche Epochenjahr 1968. Nicht nur weltweite Jugendproteste fordern die etablierten Gesellschaften (in Ost und West) heraus, mehrere Schlüsselmomente verdichten sich vor fünfzig Jahren: erstmals treten zwei deutsche Mannschaften bei Olympia an, politische Attentate in den USA und der sich radikalisierende Vietnam-Krieg erschüttern die Öffentlichkeit, die Sprengung der Universitätskirche in Leipzig versinnbildlicht die kirchenfeindliche Politik der SED, eine neue DDR-Verfassung wird im April per Schein-Entscheid mit 94,5 % Ja-Stimmen angenommen und im Juli tritt ein reformiertes Strafgesetzbuch in Kraft, dass „staatsfeindliche Hetze“ und „Republikflucht“ als Delikte nennt sowie die Verfolgung politisch Andersdenkender verschärft.

Im Mittelpunkt stand für viele Zeitzeugen der „Prager Frühling“ in der Tschechoslowakei. Doch der gesellschaftliche Aufbruch ohne Zensur und Repression dauerte nur wenige Monate, bevor am 21. August sowjetische Panzer alle Hoffnungen blutig niederschlugen. Mit Interviews, Zeitzeugenberichten und Analysen erinnert der Themenschwerpunkt 1968 an diese Ereignisse. Beispielsweise durch seltene Farbaufnahmen des damaligen Theologiestudenten Manfred Hermann, der die Invasion in Prag fotografierte.

Ein anderer Jahrestag ist 30 Jahre her: Eine unabhängige Demonstration für Meinungsfreiheit und Menschenrechte in Naumburg, die am 2. Februar 1988 nur wenige Minuten andauerte, bevor sie von „Sicherheitskräften“ aufgelöst wurde. Was die 18 mutigen Demonstranten vorwegnehmen, wurde als Friedliche Revolution im Herbst 1989 zur Massenbewegung. Einer der damaligen Akteure, der heutige Geraer Pfarrer Michael Kleim, rekonstruiert die Geschehnisse. Weitere Heftbeiträge behandeln den geheimen Handel mit Kunst und Antiquitäten aus der DDR in den Westen, die Fahrten der Westalliierten durch DDR-Gebiet unter der Chiffre Militärverbindungsmissionen, Chancen und Grenzen der Einbindung von DDR-Zeitzeugen in den Unterricht sowie die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Albanien.

Die neue Ausgabe 1/2018 der „Gerbergasse 18“ (Heft 86) ist ab sofort im Buchhandel und bei der Geschichtswerkstatt Jena erhältlich.

 
 
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